Adiós, Gra­na­da!

In einem Palast am Dar­ro und Genil,
dort am Fuße der Sier­ra Nevada,
leb­te ich als König von Granada
in vol­ler Blü­te, denn Blü­hen war mein Ziel.

Von der Alham­bra schau­te ich hinüber
auf den Albaicín und sah die Massen
her­an­stür­men durch des Vier­tels Gassen,
o ging’ die­ser Kelch doch an mir vorüber!

Der Pöbel steigt auf, die Wei­sen verkümmern,
was einst ich geglaubt, ach, liegt nun in Trümmern.
Adiós, Gra­na­da, so gib mich doch frei!

Die Hal­len, geschmückt mit den Wor­ten der Zeit,
ent­rö­ten, ver­gil­ben, zer­grau­en entweiht.
Adiós, Gra­na­da, der Spuk ist vorbei.

Kategorien Autolyrisiert

über

Arabist mit Schwerpunkt auf arabischer Sprachwissenschaft (klassisches Arabisch, modernes Hocharabisch, Grammatik, Dialektologie) sowie klassischer und moderner Dichtung, Doktorand, Dozent, Dichter, Literaturkritiker

SPOILER-WARNUNG

Liebe Leserinnen und Leser, ich rezensiere Bücher, d. h., ich bespreche sie. Ich setze mich daher mit den Inhalten auseinander, sodass die Gefahr des Spoilerns in all meinen Rezensionen gegeben ist.